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2. Praktischer TeilIn diesem Teil soll es darum gehen möglichst viele
Probleme im Bewusstsein zu haben, damit wir unnötige Konfrontationen
verhindern können. Bei Problemen, die sich schon ergeben haben, soll dieser
Teil helfen Lösungen zu
finden.
2.1 Ethnozentrisums, ein heikles ThemaWir neigen dazu unsere Kultur in den Vordergrund zu
stellen und als einzige Lösung des Zuammenlebens zu definieren
(Etnozentrismus). Die meisten heute üblichen Schulbücher gehen leider
von einer ethnozentrischen Weltanschauung aus. So hat z. B. die Geschichte von
Amerika nicht mit der Entdeckung durch Kolumbus angefangen (was in den meisten
Geschichtsbüchern aber so dargestellt wird). So hat gerade Lateinamerika
sehr hochentwickelte Kulturen hervorgebracht von denen man in keinem Schulbuch
etwas lesen kann.
Gerade, wenn wir mit ausländischen Kindern
zusammenarbeiten, müssen wir beginnen interkulturell zu denken. D.h. wir
müssen andere Denkwege und Verhaltensweisen zulassen. Wir müssen aber
nicht alles neue tolerieren. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Klasse
über die neuen Regeln hilft neue Lösungen zu finden. Die Kernbotschaft
der interkulturellen Pädagogik sollte deshalb lauten:
Jedes Individuum lernt sich im Bild,
dass andere von ihm haben, kennen.
Am
meisten Erfolg mit ausländischen Kindern werden wir haben, wenn wir ihre
eigene Kultur respektieren und auch in der Klasse zu einem Thema machen.
Versuche haben gezeigt, dass Kinder, die ihre eigene Kultur leben dürfen
und dabei von den Mitschülern auch respektiert werden, die Regeln des
Gastlandes besser akzeptieren und schulisch bessere Leistungen erbringen. Damit
ein Zusammenleben der verschiedenen Kulturen möglich ist, braucht es auch
gemeinsame Regeln. Die eigene Kultur muss so gelebt werden, dass andere Kulturen
mit ihren Ansichten und Lebensweisen nicht verletzt werden. Das verlangt nach
gemeinsamen Regeln, die man mit der Klasse Schritt für Schritt ausarbeiten
muss. So kann man nicht einfach eine Klassenstunde dazu brauchen und sagen:
„Also, jetzt machen wir gemeinsame Regeln ab.“ Die gemeinsamen
Normen sollten das Resultat von einem Prozess sein an dem alle Beteiligten
arbeiten und sich damit kritisch auseinandersetzen.
2.2 Ein neues KlassenmitgliedEin Kind aus einem anderen Kulturraum kommt in die
Klasse. Wie bereite ich mich darauf vor?
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