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1.3 Die Schweiz, ein multikulturelles LandDie schweizerische Bundesverfassung schützt das
Zusammenleben von vier Landessprachen und vier Kulturen. Das heisst aber nicht,
dass alle Schweizer multikulturell und mehrsprachig sind. Im Gegenteil unsere
föderalistische Staatsform lässt von der Ebene Kanton bis Gemeinde
viele Freiheiten zu. Die Meinungen gehen im z.B. Schulwesen so stark
auseinander, dass bis heute alle Versuche gescheitert sind, ein
gesamtschweizerisches Schulsystem zu schaffen. Die Schweiz war aber trotz ihrer
Verschiedenheiten immer stolz darauf ein multikulturelles Land zu sein. Ein Land
wo man Eigenheiten bewahrt, aber auch gemeinsame Regeln findet.
„Fremd“ ist also in unserem Land ein sehr relativer Begriff. D.h.
die Grenze zwischen „einheimisch“ und „fremd“ wird immer
fliessender und spielt in Zukunft hoffentlich bald keine Rolle
mehr.
1.4 Die Schweiz als Auswanderungsland im 19. JahrhundertDie grosse Not in der Schweiz im letzten Jahrhundert,
bewog viele Schweizer das Land zu verlassen. Die Geschichten von
Angehörigen, die schon gegangen waren drangen bis in die Schweiz und
weckten Hoffnungen. Amerika und Australien lockten mit Arbeit und Reichtum
(Ibicaba von E. Hasler). Die Zukunft in der Schweiz schien hoffnungslos. In den
Bergtälern trieb der Hunger die Leute in die Ferne. In Australien lockte
1855 ein Goldrausch, der Reichtum versprach.
Im
neuen Heimatland wurden viele erst einmal bitter enttäuscht. Auch da lag
das Geld nicht am Strassenrand. Auch hier hatten skrupellose Verkäufer und
„Berater“ das schnelle Geld mit den letzten Besitztümern der
Flüchtlinge gemacht. Wer Erfolg haben wollte, musste hart arbeiten und
nicht selten auch zu kriminellen Methoden
greifen.
1.5 Die Situation der Ausländer in unserem LandDie Einwanderungspolitik der Schweiz macht den
Schweizerpass bewusst zu einem Objekt, dass schwer zu bekommen ist. So gibt es
Ausländerfamilien, die schon seit Generationen hier leben, aber immer noch
keinen Pass haben. Diese Massnahme macht die Schweiz für Ausländer
bewusst unattraktiv. Der Schweizerpass ist demnach viel weniger interessant als
wir meinen.
Bei
vielen Ausländerfamilien sind auch nach jahrelangem Aufenthalt in der
Schweiz die Rückkehrpläne in ihr Heimatland immer präsent. Die
Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge und Asylsuchenden ist ohnehin unbestimmt.
Der Bundesrat kann jeden Tag entscheiden wann er die Situation im Krisengebiet
für entspannt hält und damit beginnen für die Flüchtlinge
Fristen zu setzen wann sie wieder in ihr Heimatland zurückkehren
müssen. Dies führt dazu, dass für viele Ausländer der
Aufenthalt in der Schweiz etwas „provisorisches“ ist. Wer
möchte sich schon in einem Provisorium richtig
einrichten?
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